Wenn die Kleinen zu Sternen werden.
Manchmal fehlen die Worte, wenn ein kleines Leben viel zu früh wieder geht. Für viele Eltern ist es wichtig zu verstehen, wie die Begriffe heißen, die plötzlich ihren Weg kreuzen – nicht, um den Schmerz zu erklären, sondern um ihm Raum zu geben.
Die kleinsten Sternenkinder, die weniger als 500g wiegen und noch vor der 24. Schwangerschaftswoche ohne Lebenszeichen geboren werden, werden individuell bestattet, wenn ein Elternteil dies wünscht. Für die Kleinsten steht in Trier auf dem Hauptfriedhof der Birnengarten zur Verfügung, wo jedes Kind individuell bestattet werden kann und sein Name als Birnenblatt erhalten bleibt. Auch wenn Eltern sich gegen diese Bestattung entscheiden, finden die Sternenkinder ihren Platz auf dem Friedhof St. Matthias im Rahmen einer Gemeinschaftsbestattung am Mittwoch, vor dem 1. Advent.
Die großen Sternenkinder, die nach der 24 Schwangerschaftswoche oder mit mehr als 500g still geboren werden und auch die Kinder, die kurz nach der Geburt versterben sind bestattungspflichtig. Das bedeutet, dass die Kinder verpflichtend einzeln bestattet werden müssen in einem eigenen Grab.
Beide Begriffe unterscheiden sich in ihrer Definition, aber sie teilen dieselbe Wahrheit: Ein Abschied von einem Kind, das man im Herzen schon festgehalten hat. Nichts vermindert die Bedeutung dieses Verlustes. Jede Trauer ist echt. Jeder Schmerz hat seine Geschichte. Und jede Liebe bleibt.
Der Abschied kommt meist unerwartet, manchmal leise, manchmal mit körperlichen und seelischen Erschütterungen. Doch egal in welcher Woche – es ist ein Verlust, der Herzen berührt und Träume zerbrechen lässt. Die Geburt eines stillen Kindes ist ein Moment, der Zeit und Worte stehen lässt – und doch bleibt die Liebe, die man seinem Kind schenkt, ungebrochen.
Stiller Stern
Ulrike Grandjean ist seit über 25 Jahren in der Aktion Sternenkinder aktiv und hat den Verein Stiller Stern Trier e.V. mitgegründet.
Das Ziel des Vereins ist es, Eltern in der schweren Lebenssituation beizustehen. Austausch von Gleichgesinnten, Hilfsangebote und vieles mehr. Sie sind mit diesem Schicksal nicht alleine.

